Geistlicher Impuls zur Jahreshauptversammlung 2026
Den folgenden Text, ein geistlicher Impuls, wurde von unserer Vorstandsvorsitzenden Walburga Densborn verfasst und auf der Jahreshauptversammlung des SkF am 15.09.2026 vorgetragen. Der Titel: „Ein Garten voller Leben“ – in Anlehnung an das Leitbild des SkF Gesamtvereins e. V. und die Veröffentlichung „SkF in Vielfalt“ vom 25.06.2024.
„Ein Garten, in dem Menschen wachsen können“
Stellen wir uns für einen Moment einen Garten vor.
Nicht den perfekt angelegten Garten aus einem Katalog. Keinen Ort, an dem alles exakt geplant ist und jede Pflanze dieselbe Höhe hat.
Sondern einen echten Garten.
Da wächst manches kreuz und quer. Einiges ist sorgfältig gepflanzt, anderes hat sich selbst ausgesät. Manche Pflanzen brauchen viel Aufmerksamkeit, andere kommen scheinbar ganz gut allein zurecht. Und dann gibt es vielleicht etwas, bei dem man zunächst denkt:
„Das passt hier eigentlich gar nicht hin.“
Doch vielleicht liegt genau darin die Schönheit eines Gartens: Nicht alles muss gleich aussehen, damit etwas Lebendiges und Gutes entsteht.
Ein guter Gärtner weiß: Die Rose braucht etwas anderes als der Lavendel. Der junge Baum braucht Unterstützung. Eine Pflanze, die lange im Schatten gestanden hat, braucht Zeit, um sich an die Sonne zu gewöhnen. Und manchmal muss etwas zurückgeschnitten werden, damit anderes wieder Raum bekommt.
Vielleicht ist das ein Bild für die Arbeit des SkF.
Wir begegnen Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Herkünften, Religionen und Lebensentwürfen. Dazu gehört auch geschlechtliche Vielfalt: Frauen und Männer ebenso wie Menschen, die sich als trans, inter oder nichtbinär verstehen.
Wir schauen nicht zuerst auf Kategorien, sondern auf den Menschen – auf seine Geschichte, seine Würde und seine Bedürfnisse.
Wir müssen nicht alles sofort verstehen. Aber wir können zuhören, respektvoll fragen und darauf achten, dass niemand ausgegrenzt oder verletzt wird.
Denn unser christliches Selbstverständnis sagt:
Jeder Mensch ist von Gott gewollt und besitzt eine unverlierbare Würde.
Der SkF schafft Räume, in denen Menschen erfahren:
Ich werde gesehen. Ich werde ernst genommen. Ich darf sein, wer ich bin.
Nehmen wir deshalb die Frage mit:
Wer findet in unserem Garten bereits Platz – und wem müssen wir noch mehr Raum geben?
Möge unser SkF ein Ort sein, an dem Vielfalt gelebte Haltung ist und jeder Mensch willkommen ist und wachsen darf.
Amen.
